| ... begann an dem Tag als meine Mami (na und
Papi natürlich auch – aber ich bin ein "Muttertöchterchen")
mich bei meinen Ex-Besitzern herausholte (siehe "Meine Vorgeschichte").
Wir hatten noch den kleinen Moses ( ca. 7 Wochen junger Doggenrüde)
im "Schlepptau", der bei "meinen" Ex-Leuten im Hühnerstall hauste
(was die mit ihm eigentlich vor hatten weiß keiner so genau, vielleicht
wollten sie ihn nur "verscherbeln"?). Ich hasste Moses irgendwie,
aber alle Versuche ihn zu ermorden wurden von Mami vereitelt. Da ich
ja schon ungefähr doppelt so alt war und dementsprechend größer, setzte
ich mich immer auf ihn um ihn richtig platt zu machen (also so richtig
kam es nicht dazu - wie gesagt Mami war ja da). Aber er blieb zum
Glück nicht lange (so 2-3 Tage – ich weiß nicht mehr so genau)
bei Mami in Pflege, denn da war eine andere nette Tante, die auch
immer Doggen in Pflege nimmt und da waren zu der Zeit noch andere
Welpen. Also hatte ich Mami für mich – super! Naja nicht ganz,
denn der weiße Schäferhund Igor und Kater Flecki (jippi Katze) wohnten
auch da. Die fand ich aber von Anfang an dufte. Die beiden mich allerdings
nicht. Denn ich war so wuselwild und wollte mit der Katze da weitermachen
wo ich bei der anderen auf "meinem" Gehöft aufgehört hatte... Mami
fand das aber nicht o.k., und hat mir in mühseliger Kleinstarbeit
(ich kann ja meine Ohren auf "Durchzug" stellen wenn ich etwas nicht
verstehen will, gelle) beigebracht, dass ich nur was von der Katze
habe, wenn ich lieb bin. Als ich aufhörte das Katerchen dauernd zu
stellen und einfach mal "cool" blieb begann dann wirklich eine Freundschaft.
Mami hat sich riesig gefreut und ich mich natürlich auch! Na gut,
heute renne ich ihm auch mal kurz hinterher (immer wenn ich vom Gassi-gehen
wiederkomme – aber das ist nicht schlimm – eher schon
ein "Kult" zwischen uns. Er weiß ja jetzt, dass ich ihm nix tun will).
Und ich setze dem noch eins oben drauf: die vielen Katzen bei uns
im Dorf liebe ich alle! Ich renne auch nicht mehr hin, denn Mami sagt
immer "wenn sie nicht will laß´sie". Aber einige wollen, und wenn
die dann zu mir ankommen finde ich das sooooo toll (ich schnupper
dann ausgiebig an ihnen und die schmusen mit mir – hättet ihr
das gedacht?). So, mit dem Igor war das ja auch noch so eine Sache:
der fand mich in den ersten 2 Wochen bescheuert und hat mich völlig
ignoriert (als wenn ich Luft wäre). Also hat Mami für mich den Ersatzhund
gespielt. Ich hatte in allen Dingen so viel Nachholbedarf, dass sie
mächtig was zu tun hatte (spielen, schmusen, erziehen...). Anfangs
hatte ich komische Namen, wie "Drachenzahn" oder "Hop Sing", weil
ich so verrückt war. Ich sprang immer wie ein Flummi durch die Gegend
und meine Zähne waren ja schließlich zum Beißen da – also biss
ich in alles (Beine, Po, Bauch, Arme und Busen). Mami hat aber schnell
gelernt und ist die erste Zeit dann nur mit ihrer "Rettungsleine"
mit mir raus zum Spielen (eine ausrangierte Hundeleine, die sich prima
zum Zotteln eignet, da sie wie eine lange Kordel ist). Da konnte ich
mich richtig in´s Zeug legen, habe gezerrt und gezogen, geknurrt und
mich im Kreis gedreht (Mami nennt das immer "wir machen Mühle" –
ist wohl ein Spiel aus ihrer Kindheit). Natürlich haben wir auch andere
Dinge gespielt (mit Balla, Quietschetier und co.), aber zotteln war
das Beste.
Und Mauselöcher buddeln (daher auch mein
neuer Name Mausi) - hier in einem Wasserloch, was Mami mir im heißen
Sommer "angelegt" hat:
Und spazieren sind wir auch täglich gegangen (logo), aber erstmal
nicht so lange, weil ich ja noch im Wachstum war (bei uns großen
Hunden muß man nämlich "tierisch" aufpassen, sonst wachsen unsere
Beine krumm und schief und dann können wir nicht mehr richtig laufen!).
Umso mehr ich ausgetobt war um so besser konnte mir Mami "Dinge
des täglichen Lebens" beibringen. Ich machte von Tag zu Tag Fortschritte.
Aber das war noch nicht alles. In den ersten 14 Tagen kroch ich
Mami buchstäblich "in die Tasche". Ich mußte so viel schmusen, weil
ich das vorher ja überhaupt nicht hatte! (Komisch ne, einerseits
war ich Mami´s Drachenzahn, andererseits die verschmusteste Babydogge
der Welt – hihi). Sobald sich Mami auf´s Sofa setzte lag ich
auf ihrem Schoß (also halb, denn das Hinterteil paßte nicht mehr
drauf). Und zum Kuscheln auch mal in´s Bett (aber das ist ja heute
noch so...). Heute liege ich aber nicht mehr auf dem Schoß, sondern
krieche hinter Mami´s Rücken wenn wir zusammen auf dem Sofa sitzen.
Sie stöhnt dann manchmal "ach ich weiß gar nicht wie ich sitzen
soll" – aber des is mir wurscht!
gemütlich hier!
An der Stelle möchte ich mal sagen: alle die eine "Kontaktallergie"
haben sollten sich lieber keine Dogge als bevorzugte Hunderasse
aussuchen...! Wir sind zwar groß und imposant, aber unser Herz ist
das eines Chihuahua´s! Wir sind die wahren Schoßhunde – nicht
die kleinen Kläffer (also nix gegen kleine Hunde, aber ihr wisst
schon was ich meine). Jetzt wieder zurück zu den ersten 14 Tagen:
also ich klebte an Mami, dass man nie fragen mußte "wo ist Jule",
sondern höchsten "wo ist denn die Mami" – denn da war auch
ich (egal ob Küche, Bad, Schlafzimmer, Wohnzimmer, Garten –
ich war dabei). Vielleicht könnt ihr euch jetzt vage vorstellen
wie furchtbar die (nur) 4 Monate meines vorherigen Lebens waren,
wenn man sieht wie ich mich verhielt. Und jetzt stellen wir uns
mal vor wie es ist, wenn einer meiner "Kollegen" jahrelang in einem
Gefängnis ohne Zuwendung sitzt (Steigerung mal x%)...
So nach ca. 14 Tagen kam ein Anruf von der Doggennothilfe-Organisation:
sie hätten einen möglichen Interessenten für mich (wir erinnern
uns: Mami war eigentlich nur eine Pflegestelle). Papi sagte: "oh
nein", Mami sagte: "so sei es", aber ganz wohl war ihr nicht dabei,
denn die vergangen 2 Wochen waren so intensiv mit mir und sie hatte
mir schon viel beigebracht und ich wurde immer süßer, naja und so
weiter. Sie überlegte hin und her, sprach immer wieder mit Papi,
für den eigentlich schon klar war, dass ich bleiben sollte, weil
ich eigentlich auch ein bißchen schwierig war und er befürchtete
manch´ andere Leute würden mich nicht so verstehen und leiten können
wie Mami. Es war die Zeit "der Bauchschmerzen". Welche Entscheidung
ist richtig? Und da passierte etwas, was den beiden die Entscheidung
einfach abnahm: Igor fing an mich zu mögen und er spielte mit mir.
Das war "das Zeichen" auf das die beiden gewartet hatten. Das Schiksal
meinte wohl ich solle bleiben. Und so war es. Die nachfolgende Zeit
wurde immer besser, denn nun hatte ich auch noch einen duften Hundekumpel,
mit dem ich spielen, kuscheln (naja manchmal – Iggi ist nicht
so der "Kuschler") und mich "unterhalten" konnte. Perfekt! Jetzt
hatte ich eine richtige Familie mit allem drum und dran. Das war
auch gut so, denn hier gibt es kaum Hunde mit denen ich spielen
kann. Aber Opi (so nennen Mami und Papi den Igor inzwischen, weil
er jetzt schon 13 Jahre alt ist) hat mir viel hündisches beigebracht
(z.B. das raaraa: wir liegen uns auf dem Boden gegenüber und "kämpfen"
nur mit unseren Mäulchen und knurren leise dabei. Das ist ein super
zu Hause-Spiel, denn rennen dürfen wir nicht im Haus). Und da ich
so einen weisen Lehrer hatte kann ich mich bei jedem Hund auf dessen
Spielart einstellen (die eine will nur rennen, der andere will "beißi"
spielen, die nächste will mal rennen, mal raaraa – kann ich
alles). Natürlich sind Igor und ich auch viel gerannt (meistens
wenn ich ihm ein Spielzeug geklaut habe und dann "Stolz wie Oskar"
vor ihm herumrannte). Da ging ganz schön die Post ab! Igor hat sich
das immer etwas einfacher gemacht: wenn er ein Speilzeug hatte was
ich haben wollte hat er sich einfach immer weggedreht. Und ich immer
rum um ihn. Also Mami fand das immer voll komisch, weil wir uns
dann in einem "Affenzahn" gedreht haben. Aber wenn ich´s dann mal
geschafft hatte am Spielzeug "anzudocken" konnte man auch herrlich
mit Igor zotteln. Warum ich das alles in der Vergangenheit schreibe?
Weil wir heute nicht mehr zusammen toben können, (wie gesagt Opa-Itschi
ist schon 13 Jahre) da Igor nicht mehr so flott auf den Beinen ist.
Der humpelt jetzt schon ganz schön wegen seiner Altersarthrose und
ist halt ein wenig wackelig (so ungefähr seit einem ½ Jahr). Mami
und Papi müssen dafür sorgen, dass er sich nicht übernimmt, denn
wenn er könnte wie er wollte... Er denkt nämlich immernoch er sei
ein junger Spunt. Und so gehen wir nur noch selten zusammen spazieren
(und dann nur kurz), weil ich ja jede Menge Power habe und der Trödelgang
für mich zu langweilig ist. Spielen geht gar nicht mehr –
jetzt ist Mami wieder dran! (Aber natürlich nicht mehr so krass
wie damals, ich bin ja schon ein großes Mädchen, werde ich doch
in diesem Jahr schon 3 Jahre alt). Aber es ist trotzdem schön einen
Hundekumpel im Haus zu haben, auch wenn die Action ohne ihn stattfindet.
Manchmal ist mir allerding doch ein wenig langweilig, da ich momentan
keine Hunde mehr zum Spielen habe (die anderen Kumpels sind irgendwie
"vom Winde verweht"). Ich glaube manche haben Angst bekommen, weil
ich so groß geworden bin und andere haben einfach keine Lust sich
mit mir zu treffen, weil auf den Dörfern dieser Region hier der
Hund noch nicht so für voll genommen wird (also ich meine, als Familienmitglied
– hier denken die Leute in Verbindung mit Hunden an Nutztiere,
was ich sehr eigenartig finde). Mami ist darüber sehr traurig und
sie versucht mir mein kleines Hundeleben so schön wie möglich zu
machen. Wir gehen jeden Tag lange über die Felder spazieren, spielen
immer wieder andere Dinge (mal zotteln, mal Stöckchen oder Balla
schmeißen und meisten jagi, weil das mein liebstes Spiel ist –
Mami tut dann so als wäre sie ein Hund auf zwei Beinen und versucht
mir mein Spielzeug abzujagen wie es Opi immer gemacht hat. Und dabei
gebe ich oft ganz schön Vollgas) und schmusen viel. Wir haben uns
jedenfalls ganz doll lieb (damit meine ich aber jetzt uns alle)
und das ist ein schönes Gefühl (ja Hunde haben Gefühle – habt
ihr etwa was anderes gehört?). Ab und zu gehen wir zusammen in die
Stadt, damit ich mal etwas Abwechslung habe. Und ab und zu gehen
wir meine Freundin, die Tierärztin, besuchen. Die liebe ich auch
(ja echt!). Nur wenn sie ulkige Sachen mit mir veranstalten will
finde ich das doof, lasse es mir aber gefallen, weil sie ja eine
nette Tante ist und mir ja bestimmt nichts antun will. Einmal hat
sie eine spektakuläre Entdeckung bei mir gemacht. Mami ist mit mir
hin, weil sie meinte ich hätte mir Stacheln auf der Zunge irgendwo
zugezogen. Aber das war ganz anders: mir wachsen kleene, schwarze
Haare auf der Zunge – ist das nicht verrückt? Tja, ich bin
halt was Besonderes – hihihi!
So sieht ein Doggenbett
aus! Ich auf meiner Matratze:

So, abschließend möchte ich nochmals appelieren an alle, die
nicht bereit sind mit uns Hunden richtig zusammen zu leben, uns
nicht bereit sind einen warmen und weichen Schlafplatz zu gönnen,
uns nicht genug Beschäftigung in Form von Spiel und Spaß geben wollen,
uns nicht knuddeln und betuddeln: KAUFT EUCH EINE ALARMANLAGE –
und laßt uns bei Menschen leben, die uns lieben!
Stand: Februar 2004
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